TT 600 E Umbau - möglichst keine Kunststoffteile mehr

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TT 600 E Umbau - möglichst keine Kunststoffteile mehr

Beitragvon EinTTopf » Mo 20. Sep 2021, 19:18

Hallo zusammen

Wie in meinem ersten Post zur Vorstellung angekündigt, möchte ich meine Maschine und deren Werdegang mal kurz skizzieren.

Gekauft habe ich die TT E (4GV) in 2015, mit eingetragenen Excel-Felgen, einem Digitaltacho von Koso und einem Endtopf von Shark. Ansonsten war sie optisch schon etwas "abgegriffen", die schlecht lackierten Schutzbleche und Seitenverkleidungen machten den Eindruck nicht besser.

Vorausgestellt ist, egal ob Technik oder Optik, ich bin kein Perfektionist, gebe mich daher des öfteren auch mit „nur passablen“ Lösungen zufrieden, so sie denn dauerhaft und sicher sind.
Die Technik war mir anfangs immer wichtiger als die Optik, im Zuge dessen wurden folgende Änderungen / Anpassungen vorgenommen.

EGU-Krümmer
Zylinderkopfbearbeitung (Kanäle, Ventilsitze, Verdichtung)
Zylinderbohrung vergößert auf 630 ccm
Motorrevision ( alle Lager, Dichtungen, Verschleißteile) und Getriebecheck
Ölkühler
K&N Luftfilter mit halbseitig montiertem Ansauggummi („Rüssel“ abgeschnitten) unter der Sitzbank
Nockenwelle Stufe 1
Sebringendtopf ( der Shark hat sich auf einem Urlaub mit 3000 km Fahrtstrecke zerlegt, zuviel Kopfsteinpflaster in Meck.-Pomm.)
original Vergaser mit 165er Düse im Schiebervergaser und einer aufgeriebenen 125er Düse im Membranvergaser
Übersetzung geändert auf 16 / 40

Die Maschine startet sehr gut, braucht nur kurz den Choke und hat ein stabiles Standgas um die 1100 Touren.

Der Impuls für eine Überarbeitung der Optik kam durch und während der aktuell anhaltenden Viruskrise. Ich wollte die Zeit nutzen, um das Motorrad im Winter 2020 / 2021 umzubauen.

Zielsetzung war, alle Kunststoffteile, die nicht dem Betrieb des Fahrzeugs oder der Sicherheit dienten, gegen Metallteile auszutauschen. Vorgaben bei der Erreichung des Ziels waren folgende:

Verwendung gebrauchter Teile von bekannten Plattformen im Internet oder sonstiger Bezugsquellen
keine lackierten Teile und nichts wird lackiert (Ausnahme siehe Tank)
möglichst einfache Lösungen mit leicht zugänglichen Mitteln (Schrauben, Winkeln, Blechen etc.)
möglichst kleines Budget ohne Serviceleistungen (Anfertigungen nach Schablone oder Modell)
keine Flex- oder Schweißarbeiten am Rahmen (pulverbeschichtet)

Mein Schrauber hat mir den Kontakt eines TÜV-Prüfers gegeben, der den Umbau begleiten wollte. Dieses Angebot habe ich gerne sehr erfreut angenommen. Den Mindestabstand von Blinkern zueinander hätte ich beim ersten Mal bestimmt falsch gewählt ohne diese Unterstützung. Alle Änderungen wurden also vor Umsetzung per Mail mit Bildern aus dem Keller geklärt.

Das zentrale Detail war der Tank. Angedacht war ein Tank mit einem größeren Volumen von ca. 15 – 20 Litern. Nachdem ich mir einige in Frage kommende Exemplare genauer angesehen hatte, war klar, dass der Wunsch nach mehr Volumen erst an zweiter Stelle kommen konnte. Erst mal war es wichtig einen Tank zu finden, den man möglichst einfach befestigen konnte und der zusammen mit der neu zu gestaltenden Sitzbank eine schöne Linie ergab.
Die Wahl fiel dann auf einen Tank einer Honda XL 500 aus den 80ern. Original rot, wenig verkratzt und erträglich verbeult. Der Tank musste auf der Innenseite links etwas eingebeult werden, um Platz für die Gaszüge zu schaffen. Die Haltegummis am Rahmen wurden verlegt und die Blechaufnahme am Tank zur Befestigung des Tanks am Rahmen wurde angepasst. So konnte der Tank mit seinen ursprünglichen drei Haltepunkten auf der TT befestigt werden. Der Tank lässt genau den Platz nach vorne, dass die CDI-Einheit am angestammten Platz am Lenkkopf bleiben kann. Positiv ist auch, dass der Benzinhahn des Tanks auf der linken Seite (!) montiert ist und nicht wie beim Original auf der Gashandseite :twisted:

Nachdem der Tank nun seine Position gefunden hatte, wurde die Sitzbank angepasst. In Absprache mit einem Polsterer habe ich die Schaumstoffunterlage am Motorrad in Verbindung mit dem Tank auf Form gebracht und dann überziehen lassen. Während die Bank beim Polsterer war, habe ich den Tank mechanisch entlackt und nach entsprechender Vorbehandlung innen zweimal versiegelt.

Ein Schutzblech über dem Rad an einer Upside Down-Gabel zu montieren ist auch etwas kniffeliger, denn die Haltepunkte für die Befestigung liegen an dem Tauchrohr unten. Ein Schutzblech einer Kawasaki LTD hatte die passenden Abmessungen und wurde mit klassischen Bügeln an den Aufnahmen für den Tauchrohrschützer montiert.
Das Schutzblech schützt Motor und den Ölkühler, der vor dem Motor hängt vor Schmutz und Spritzwasser.

Das Schutzblech hinten sollte ungefähr dem Verlauf des Rades folgen, nach vorne hin möglichst dicht an dem unter die Sitzbank verlegten Batteriekasten anschließen und nach hinten genug Länge bieten, um ein Rücklicht und das Nummernschild zu montieren – Rückstrahler nicht vergessen, sagte der TÜV. Auch das hintere Schutzblech stammt von einer Kawasaki, den Rückstrahler habe ich schon verloren, genau wie eine Hupe - die aber auch in Meck.-Pomm.

Die Blinker vorne und hinten habe ich in Alurohr eingeklebt und vorne an dem Alublech befestigt. Hinten dient ein Halter aus Edelstahl für Blitzableiter zur Befestigung.

Die nächste Herausforderung war der Ersatz für die Lampenmaske und den Scheinwerfer.
Als neue Verkleidung der Elektrik und als Grundlage für die Lampenbefestigung wurde ein Alu U-Profil als Meterware bestellt. Der gebrauchte Scheinwerfer von Shin-Yo kam leider ohne Befestigungsmaterial oder Halter. Die entstandene Halterung hat ihren ganz eigenen optischen Charme.
Das Multifunktionsinstrument von T & * habe ich zweimal gekauft, einmal unwissentlich defekt gebraucht und einmal neu. Das Instrument bietet mehr Funktionen, als ich ohne größeren technischen Aufwand nutzen kann. Die Anzeige (Geschwindigkeit & Drehzahl) ist sehr genau und die Optik gefällt mir sehr gut.

Nun noch mal zum Tank und der Oberflächenbehandlung. Ich wollte den natürlichen Glanzgrad des abgeschliffenen Tanks möglichst erhalten, daher kam auch kein Lack in Frage. Auf Yout*** habe ich dann einen User gefunden, der alle Metallteile, die rosten könnten, an seinem Motorrad, mit einer verdünnten Leinölfirnismischung behandelt hat.
Als gelernter Tischler war mir diese Art des Oberflächenschutzes für Echtholzoberflächen (Arbeitsplatten, Küchenfronten, Fußböden) bekannt, daher habe ich es ausprobiert.
Die ersten Versuche waren nicht erfolgreich, da das Öl zu dick war. Erst ab einer Mischung von
50 % Leinölfirnis / 50 % Verdünnung war das Öl dünn genug, um einen glatten Film zu bilden. Das Öl polymerisiert über einen Oxidationsprozess, daher darf die Ölschicht nur dünn sein, sonst bilden sich evtl. klebrige Stellen oder ölgefüllte Blasen, die nicht aushärten.
Der Tank hatte nur zwei Schichten erhalten bevor die Maschine zum Eintragen der Umbauten in die Werkstatt ging.
Geschlabbertes Benzin beim Tanken hat die Oberfläche nicht sichtbar angegriffen. Hohe Luftfeuchtigkeit und diverse Regenschauer ließen den Tank in den letzten Wochen Flugrost ansetzen. Eigentlich gefällt mir die Optik, aber den Rost kann man wohl schwer dauerhaft konservieren.
Im Winter will ich den Tank wieder aufarbeiten, mal sehen wie es mit 4 -5 Schichten in der nächsten Saison geht. Das ausgehärtete Öl kann man auch mit hochwertigen Wachsen polieren, damit Wasser abperlen kann.

Anbei ein paar Fotos zur aktuellen Optik. Mittlerweile habe ich den originalen Endschalldämpfer montiert, weil die Alumanschette an dem Sebring klapperte und ich ihn daher abgebaut habe. Die erste Probefahrt war sehr erfreulich, der Sound ist ok und schön leise und die Leistungsentfaltung im oberen Drehzahlbereich ab 5500 besser. Ich fahr den erst mal weiter, auch wenn die Optik noch übler ist , als die des Sebring - ohne Seitenverkleidungen wohlgemerkt.
Zu den Seitenverkleidungen habe ich noch keine richtige Idee. Ich würde probieren Alutafeln zuzuschneiden und die dann von Hand zu wölben, um an den notwendigen Stellen Platz zu schaffen für den Luftfilter. Ist was für den Winter, genau wie der Tank.

Fragen an euch stelle ich in einem neuen Thread, denn die Motorabstimmung ist noch nicht optimal und da kann ich bestimmt Hilfe gebrauchen.

Grüße
Uwe
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Re: TT 600 E Umbau - möglichst keine Kunststoffteile mehr

Beitragvon EinTTopf » Di 28. Sep 2021, 14:44

Hallo zusammen

Aus aktuellem Anlass gibt es zu berichten, dass ich den Originalendschalldämpfer nicht fahren kann, weil das Hinterrad beim Einfedern seitlich am Endtopf schleift - die schwarze Gummispur an der Innenseite des Topfes hat das sehr schön dokumentiert. Nachdem ich die Aluhülle nun wieder am Sebring festgenietet habe, kann ich den auch wieder fahren ohen das es klappert.
Zudem muss ich mir wohl angewöhnen öfter mal zur Schraubensicherung zu greifen, denn bei einer meiner letzten Ausfahrten hat sich die Verschraubung des Schutzbleches vorne gelöst, so dass der zweite Bügel auf derselben Seite durch die Vibration dann gebrochen ist. Zum Glück blieb das ohne weitere Folgen, ich brauche jetzt nur einen neuen Bügel. Stahlschrauben in Aluminium, Magnesium oder andere Nichteisenmetalle zu schrauben ist, ist ja immer auch en bisschen heikel.

Im direkten Vergleich der Leistung der Maschine mit dem originalen Endschalldämpfer und dem von Sebring, muss ich mich korrigieren. Der Sebring bringt die gleiche Leistung. unter gleichen Witterungsbedingungen. Ich weiß nicht, ob ihr das auch schon meint festgestellt zu haben, aber ich habe das Gefühl. dass der Motor bei kühleren Temperaturen mit etwas mehr Luftfeuchte wesentlich besser läuft als an heißen Tagen mit eher trockener Luft. Stärker war der Effekt aber noch, bevor ich den K&N Filter montiert habe. Kalte Luft enthält eben einfach mehr Sauerstoff , weil die Moleküle dichter beisammen sitzen.

Die Abstimmungsarbeiten am Vergaser gehen bald weiter, entweder mit einer größeren Düse oder einer aufgeriebenen. Ich habe noch keine Rückmeldung aus der Werkstatt zu den Düsen, die i dem Vergaser waren, den ich zum reinigen abgeliefert habe. Evtl. passen ja auch Düsen aus anderen Vergasern. Ich meine mich zu erinnern, hier oder woanders gelesen zu haben, dass Düsen von Dellorto oder anderen Herstellern auch passen könnten. Problem wäre dann die richtige Größe zu finden, denn die Bezeichnungen sind ja bestimmt nicht einheitlich.

Der Motor dreht im letzten Gang nicht weiter als 5500 Touren, bei einer Geschwindigkeit von 145 km/h. Dann habe ich den vierten Gang aber schon bis 125 / 6500 Touren gezogen.
Das Gas ist dann (bei 145 im 5. Gang) nur zu 3/4 offen, mehr bringt nichts. Das kann u.a. auch an der langen Übersetzung liegen, ich vermute aber, das der Motor einfach nicht genug Kraftstoff bekommt. Kerzencheck steht noch an, bevor ich den halben "Rüssel" unter der Sitzbank montiert habe, war die Kerze sehr hellgrau.
Es geht mir nicht darum mit der Maschine 170 km/h fahren zu wollen, aber ich denke es lohnt sich schon die Leistung zu optimieren. Die Leistung im Volllastbereich aller Gänge könnte ja dadurch evtl. besser werden.

Mehr dazu, wenn es weiter geht.
Grüße
Uwe
EinTTopf
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Re: TT 600 E Umbau - möglichst keine Kunststoffteile mehr

Beitragvon EinTTopf » Sa 9. Okt 2021, 18:19

Hallo zusammen

Zum unfreiwilligen Saisonende noch die neuesten Entwicklungen.

Vorgestern Nachmittag wollte ich nach der Arbeit noch eine Runde mit der TT fahren. Also Klamotten an, die Maschine aus der Garage und los – so der Plan.
Nachdem ich den Starter betätigt hatte, sprang der Motor nicht wie erwartet sofort an, sondern der Anlasser lief weiter. Weder mit der Zündung noch mit dem Killschalter oder dem Ausklappen des Seitenständers konnte der Vorgang gestoppt werden. Nur durch Einlegen eines Ganges stoppte der Anlasser dann als die Batterie leer war.
Als ich die Sitzbank abgenommen hatte, um an das Anlasserrelais und die Batterie zu kommen, sah
ich , dass die Batterie (LI-OH) aufgequollen war. Während des Dauerstartens hatte ich schon einen komischen süßlichen Kunststoffgeruch wahrgenommen, nun sah ich auch woher der kam. An einigen Stellen war der Batteriekörper wohl so heiß geworden, dass er anfing zu schmilzen.
Genau den gleichen Vorgang hatte ich schon einmal erlebt.

Nachdem ich das Motorrad umgebaut hatte, habe ich den neuen T & T Tacho in der Werkstatt anschließen lassen. Einen absehbaren TÜV-Termin hatten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht, daher nahm ich die TT wieder mit.
Wenige Tage später trat das Phänomen dann zum ersten Mal auf. Ich war ich ziemlich überrascht und fast panisch. Nachdem der Anlasser aufgehört hatte zu drehen, habe ich die Sitzbank abmontiert und sah die aufgequollene Batterie. Sie war so heiß, das man sie nicht anfassen konnte. Ich habe mir dann den Helm aufgesetzt, die Handschuhe angezogen und die beiden Kabel der Batterie mit einem Seitenschneider durchtrennt und die Batterie ein paar Meter entfernt ins Gras geworfen – sicher ist sicher.

Einige Tage drauf wurde die TT von der Werkstatt abgeholt um das Problem zu beheben. Der Verdacht des Meisters lag beim Startrelais, war auch defekt.
Die neue Batterie hatte ich besorgt, das Anlasserrelais bestellte die Werkstatt.
Wir einigten uns darauf, dass die TT in der Werkstatt bleibt, denn der TÜV-Prüfer, mit dem ich die Umbauten abgeklärt hatte, wollte einige Tage später die Umbauten prüfen und eintragen.
Nach dem TÜV-Termin rief mich der Werkstattmeister an und sagte, die TT sei durchgefallen, weil der Seitenständerschalter nicht funktionierte. Der Meister sagte auch, dass der Kabelbaum der TT so verbastelt sei, dass er die Suche des Fehlers und die Reparatur wegen des uneinschätzbaren Kostenrisikos ablehnen würde. Ich sollte mir überlegen, die Verkabelung neu zu machen.

Ich nahm die TT also wieder mit, ohne Eintragungen der Umbauten – ziemlich ratlos und merklich frustriert. Abends rief mich der Kundendienst der Werkstatt an und sagte, dass sie die Reparatur nun doch durchführen wollten. Ich muss hier anmerken, dass ich den Geschäftsführer der Werkstatt seit Jahren kenne. Ich denke, dass hat mitgeholfen.

TT also wieder in die Werkstatt, ein gebrauchter Seitenständerschalter war vorhanden, so dass ein funktionierender daraus gemacht werden konnte.
Als alles funktionierte, holte ich die TT ab. Der Meister sagte mir bei der Übergabe, dass in dem gesamten Kabelbaum der TT keine einzige Sicherung verbaut sei und ich das umgehend abändern sollte.

Und jetzt kommt der interessante Punkt zu der Ursache des Problems. Er sagte, dass durch Feuchtigkeit / Spritzwasser, Wasser in den nach oben zur Sitzbank hin offenen Batteriekasten gelangt sei und dadurch der Kurzschluss entstanden wäre. Ohne Sicherung könnte das jederzeit wieder passieren. Als ich die Batterie abgeschnitten hatte, war der Batteriekasten aber trocken von innen, der Beutel, in dem das Anlasserrelais und die anderen Kabel steckten, auch. Ich bin mit der umgebauten Maschine noch nicht im Regen gefahren. Der Batteriekasten ist vor Spritzwasser von unten und der Seite baulich geschützt.

Nun nochmal zu dem Vorfall vorgestern. Beim zweiten Mal war ich weniger panisch, eher nur total angenervt vom erneuten Auftreten und das Wissen darum , dass die Saison nun zu Ende ist, weil es sich um ein doch eher komplizierteres Problem zu handeln scheint. Auch dieses Mal kann der Grund für den Kurzschluss nicht die schon erwähnte Feuchtigkeit sein. Ich habe die TT aus der Garage geholt, trocken.

Da bin ich nun ins Grübeln gekommen. Es geht mir nicht um die Batterie (85 €) und das Startrelais (69 €) oder die 258 €, wenn ich die Instandsetzung in der Werkstatt machen ließe.
Ich vermute, dass die eigentliche Ursache des Kurzschlusses evtl. nicht gefunden wurde. Die Reparatur des Seitenständerschalters war zwar für die TÜV-Abnahme der Umbauten wichtig, muss aber nicht die Ursache gewesen sein. Nur weil man ein defektes Teil einer Dreierkombi repariert hat, bedeutet das ja im Umkehrschluss nicht, dass nun alle drei Teile für sich und in der Kombination miteinander fehlerfrei funktionieren.

Wenn der Meister die Feuchtigkeit als für ihn logische Erklärung angibt, dies aber meines Wissens nach unmöglich ist, dann darf ich berechtigte Zweifel haben, dass die Werkstatt die Leistung erbracht hat, die sie angibt – nochmal angemerkt, es geht nicht um die Kosten.
Es geht hier meines Erachtens um eine unzureichende Fehleranalyse seitens der Werkstatt und daher Fehler in der Kommunikation bezüglich der Ursache (Hinweis auf die fehlende Sicherung, defekter Seitenständerschalter), Verständnisfehler (Dummheit, mangelnde Erkenntnis) meinerseits und evtl. um die Lösung für ein Problem, was in seiner Gänze aktuell noch nicht bekannt ist.

Ich habe diverse Erklärungen für das Phänomen gelesen. Das Zündschloss und der Killschalter für sich haben bisher nie Probleme gemacht. Das Zündschloss ist zwar gut gebraucht, aber selbst die Einrastfunktion für das Lenkschloss ist tadellos. Der Killschalter hat die Maschine bis auf die beiden Fälle immer abgeschaltet. Die rechte Schaltereinheit am Lenker habe ich vor Jahren zuletzt demontiert, könnte also verschmutzt/verschlissen sein. Ich habe noch ein Zündschloss, aber das ist schon äußerlich in einem wesentlich schlechteren Zustand.

Ich habe den Vorfall gestern mit der Kundenbetreuerin der Werkstatt besprochen. Da wir beide im Kundendienst arbeiten und sie dazu keine technischen Kenntnisse hat, war das Gespräch sehr ruhig und angenehm. Der Geschäftsführer ist erst Anfang November wieder da und wir haben uns darauf geeinigt, dass sie sich erst besprechen und sich dann dazu melden.

Abseits der Klärung der Geschichte oben interessiert es mich, ob ihr Tipps geben könnt bzgl. eines neuen Kabelbaumes für die TT E. Ich bin leider Laie was Schaltungen und Pläne angeht, daher ist selber machen die letzte Wahl. Ein neuer von Yamaha kostet um die 700 $ US, ist aber dann auch von 1997 – also keine Alternative. Hat hier schon mal jemand den Originalkabelbaum ersetzt oder selber einen neuen gemacht?

Vielleicht fragt sich der eine oder andere, warum ich soviel Zeit und Geld in das Motorrad investiere. Für erheblich viel weniger hätte ich schon ein anderes, modernes, leistungsfähigeres, schnelleres etc. haben können. Die TT fand ich in meiner Jugend in den 80ern schon faszinierend, bin aber nie eine gefahren. Über 30 Jahre später habe ich mir dann die TTE als erstes "richtiges" Motorrad gekauft und bald ist sie ungefähr so, wie ich sie mir als Motorrad für mich wünsche.


Grüße
Uwe
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Re: TT 600 E Umbau - möglichst keine Kunststoffteile mehr

Beitragvon Eumel » Sa 9. Okt 2021, 19:45

Moin
Zeit und Geld versenk hier jeder in seine Kiste :positive: das is ganz normal bei über 20 Jahre alten Moppeds. Irgendwann reicht es nicht mehr aus nur Wartungen zu machen. Dann muss man reparieren, teilrestaurieren und lieber mal ne Schraube mehr rausdrehn um dem nächsten Defekt auf die Spur zu kommen. Das hält die Dinger am leben.
Mit Werkstätten hab ich auch schon so meine erfahrungen gemacht. Ne normal Werkstatt die nicht auf alte Böcke spezialisiert ist wird schnell zum Groschengrab wie mir schein. Da scheinen die Kompetenzen und das Gewissenhafte arbeiten eher bei aktellen Modellen zu liegen. Um so wichtiger finde ich es die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und an seinen Aufgaben zu wachsen. Die TT ist simpel und weit von Raketentechnik entfernt. Wegen einem Fehler gleich den ganzen Kabelbaum rauszuschmeißen find ich übertrieben. Such den Fehler. Beschreib die Symtome. Und schreib n bisschen kürzere Beiträge :D

Ich würd mir ne neue Batterie besorgen. Diese mit ner Sicherung verbauen. Und dann ne Möglichkeit schaffen die Batterie im Fehlerfall schnell abtrennen zu können. Wenn du dann in der lage bist den Fehler zu reproduzieren dann kann die Fehlersuche beginnen... Hängendes Starterrelais... Klemmender Schalten...
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Re: TT 600 E Umbau - möglichst keine Kunststoffteile mehr

Beitragvon Maybach » So 10. Okt 2021, 12:56

Servus Uwe,

PN mir mal eine Emailadresse von Dir, die 21,5MB-Dateien empfangen kann. Dann schicke ich Dir die Pdf-Datei zur Neuanlage des Kabelbaums, den ein Forist mir mal zugesandt hatte. Seine Zusage will ich mal voraussetzen...
Ich habe das noch nicht machen müssen, mir erscheint aber die Anleitung fundiert und praxisorientiert.

Maybach
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