TT 600 S Fehlzündungen und geht aus

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TT 600 S Fehlzündungen und geht aus

Beitragvon moe2go » Mo 5. Okt 2020, 09:41

Hallo zusammen,
ich darf mich erstmal kurz vorstellen: Moritz aus Lindau am schönen Bodensee.
Ich nenne seit kurzem eine TT 600 S mein Eigen. Sie ist BJ 1996 und hat gerade mal knapp 9000 Kilometer.
SIe stand ca. 12 Jahre beim Vorbesitzer. Dieser hat vor Verkauf alle Flüssigkeiten gewechselt, Zündkerze erneuert und auch den Vergaser ultraschallgereinigt.
Bei der Probefahrt sprang die TT gut an und lief auch sauber.
Nun stand sie zwei Wochen und als ich jetzt wieder mit ihr gefahren bin, hat sie leider begonnen direkt Probleme zu machen. Sie springt eigentlich ganz gut nach ein paar Kicks an und läuft dann auch sauber. Wenn man aber etwas mit ihr fährt und dann auch etwas mehr Leistung abverlangt kommen ganz schnell Fehlzündungen und Leistungsaussetzer (Stottern). Auch in niedrigen Drehzahlen ist mir schon ein ordentliches Konstantfahrruckeln aufgefallen. Wenn man dann vom Gas geht oder Kupplung zieht, geht sie kurz nach den ersten Fehlzündungen ziemlich abrupt aus.
Ich habe sie jetzt nochmal vollgetankt und mir die Tankentlüftung angeschaut, bzw. bin auch mal mit nur aufgelegtem Tankdeckel gefahren, das hat leider nichts gebracht, selbe Symptome.

Jetzt bräuchte ich eure Hilfe, ich bin absoluter Neuling an der TT, habe zwar schon immer wieder an Rollern und Co rumgeschraubt, aber bin leider kein Experte. Wo würdet ihr anfangen mit der Fehlersuche? Vergaser noch einmal ausbauen und schauen ob dort alles korrekt zusammengebaut wurde? Könnte das eventuell auch an verschlissenen Ansaugstutzen liegen? :roll:
Gibt es vielleicht andere einfach zu prüfende Dinge, die man gleich mal abhaken könnte auch ohne den Tank zu entfernen?

Vielen Dank schon einmal für die Hilfe.
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Re: TT 600 S Fehlzündungen und geht aus

Beitragvon HerrderKringel » Mo 5. Okt 2020, 11:41

Hallo,

lass mich raten, nachdem sie 10 bis 20 Sekunden steht springt sie auf den 1. oder 2. Kick an und läuft wieder ganz normal?
Hat Meine ebenfalls, Bj. 99 und 10300 km. Bin noch nicht dazu gekommen mal nachzuschauen, vermute aber stark dass es an einem verdreckten Vergaser liegt. Tritt bei mir hauptsächlich im 5. Gang auf, also jenseits von 80 km/h. Sobald es auftritt zieht sie nicht mehr sauber, sprotzt ab und zu und geht ohne Gas aus. Wenn man das Gas manuell hält und sie so vor dem absterben bewahrt dauert es einige Zeit mit Fehlzündungen, dann läuft sie wieder normal.

Mein Gedanke dazu:
Wenn du beim durchbeschleunigen mehr Sprit brauchst stört der Dreck den Benzinfluss und sie verhungert. Sobald der Motor aus ist schwappt der Dreck wieder weiter und sie bekommt wieder Sprit.
Alternativ könnte evtl. noch Dreck im Tank selbst sein, der den Benzinhahn zusetzt. Das ließe sich aber leicht prüfen wenn du einfach mal den Benzinhahn rausnimmst.

Muss dazu sagen, dass meine Ansaugstutzen einwandfrei aussehen (keinerlei Rissbildung) und der Benzinhahn neu ist. Auch meine Maschine ist jahrelang NUR gestanden und alle 2 Jahre zum TÜV gefahren.

Das Erste was ich machen würde ist den Gaser nochmal runterzunehmen und nachzuschauen ob der WIRKLICH sauber ist. Nirgendwo wird mehr gelogen und geschwindelt als beim Gebraucht-Fahrzeugverkauf.
Alternativ kannst du auch eine Probefahrt machen und bei Auftreten der Probleme/Aussetzer den Choke langsam rausziehen. Das funktioniert zumindest bei meinem Oldtimer gut wenn er eine Blase in der Spritleitung stehen hat oder zu wenig Sprit bekommt. Bewirkt das nichts liegt es am Zündfunken oder der Luft.
Gruß,

Daniel


EDIT: Hast du mal per IR-Thermometer die Temperatur am Kopf gemessen? Wenn sie zu mager läuft könnte das von der Symptomatik denke ich auch passen, allerdings müsste das dann wohl länger als ein paar Sekunden dauern bis sie soweit abkühlt um wieder normal zu laufen?
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Re: TT 600 S Fehlzündungen und geht aus

Beitragvon felix250 » Mo 5. Okt 2020, 14:22

Klingt nach Dreck vorm Sieb am Schwimmernadelventil. Bedeutet leider Vergaserausbau. Vlt vorher lieber doch mal Benzinleitung tauschen und Benzinhahn sauber machen, um diese zu auszuschließen?

Ansaugstutzen sieht man manchmal leider nicht von außen. Leider XT/TT Krankheit und lösen sich am Gussring. (Sichtwort aufvulkanisiert und Alukorrosion) Die sorgen aber meist nicht für ein Stottern bei der Fahrt unter Last, sondern lediglich Leerlauf nicht vorhanden/unsauber oder untere Teillast ruckelt. So zumindest meine bescheidene Erfahrung. Aber manche Phänomena sind mir auch unerklärlich, also warum nicht auch Auswirkung auf Volllast?
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Re: TT 600 S Fehlzündungen und geht aus

Beitragvon HerrderKringel » Mo 5. Okt 2020, 14:42

Naja, wenn sie da Falschluft zieht würde das Gemisch abmagern. Ich würde aber vermuten, dass sie dann wie du schreibst im Leerlauf ebenfalls extreme Probleme macht.
Aber soo schlimm ist das Vergaser ausbauen auch nicht. Im Vergleich zu bay. Maschinen ist die TT ja super zugänglich. :mrgreen:
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Re: TT 600 S Fehlzündungen und geht aus

Beitragvon moe2go » Mo 5. Okt 2020, 16:09

Tausend Dank schonmal für euren Input.
@Daniel: ja genau, nachdem sie mir ausgegangen ist geht sie teilweise relativ einfach wieder an und läuft dann wieder normal. Wobei ich auch manchmal den Benzinhahn zu machen muss und bei ausgeschalter Zündung ein paar Mal dem Kickstarter langsam durchtreten damit sie dann wieder angeht. Dann läuft sie aber immer erstmal wieder als wäre nichts gewesen. Halt leider nur immer sehr kurz :(.
Dann werde ich mich zeitnah Mal an den Vergaserausbau machen und dann schauen wir Mal weiter.
Im Leerlauf läuft sie sehr sauber und mit niedrigem Standgas, also das kommt mir eigentlich optimal vor.
IR Thermometer habe ich leider keins, aber ich denke Vergaser inklusive Siebe und Filter ist dann Mal der erste Versuch.
Ich melde mich wenn ich weiter gekommen bin, falls natürlich noch jemand Ideen hat immer her damit.
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Re: TT 600 S Fehlzündungen und geht aus

Beitragvon HerrderKringel » Mo 5. Okt 2020, 16:54

Dass du den Benzinhahn zumachen musst irritiert mich, schau dir erstmal die Filter im Hahn und den Hahn selbst an. Am Besten rückwärts spülen, also von der Vergaserseite aus. Hört sich für mich so an als wäre direkt vor dem oder im Benzinhahn Schmutz. Dann dürfte er bei OFF aber auch nicht mehr dicht halten und vermutlich auch schwergängig sein. Ist dem so?
Wenn es das nicht ist wirst du um das Zerlegen des Gasers wohl nicht rumkommen.
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Re: TT 600 S Fehlzündungen und geht aus

Beitragvon moe2go » Mo 5. Okt 2020, 17:07

Also schwergängig ist der Benzinhahn auf jeden Fall. Muss da immer ordentlich Hingreifen damit ich ihn gedreht kriege. Dann sollte ich mir den wohl zuerst einmal anschauen.
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Re: TT 600 S Fehlzündungen und geht aus

Beitragvon moe2go » Mo 5. Okt 2020, 17:20

Wobei... Gerade Mal die Verkleidung am Benzinhahn entfernt, geht eigentlich doch relativ leicht, kam mir wohl eher so schwer vor, weil ich da mit den Handschuhen nicht gescheit reinkomme. Naja heute leider keine Zeit mehr, werde hoffentlich am Wochenende dazu kommen.
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Re: TT 600 S Fehlzündungen und geht aus

Beitragvon HerrderKringel » Mo 5. Okt 2020, 18:13

Also ich hatte bisher 2 defekte Benzinhähne, einen an der TT, den anderen am Auto. Der von der TT war auch zum Schluss super leichtgängig, leider verlor man bei jedem Drehen geschätzt nen viertel Liter Benzin. Der am Auto war komplett fest und konnte nur noch per Zange bewegt werden, saute aber auch. :mrgreen:
Wenn der Hahn dicht ist und leichtgängig würde ich ihn erstmal nur durchspülen. Den Hahn erst NACH dem Spülvorgang bewegen, nicht währenddessen.
Ist aber auch gut möglich dass dir der Dreck schon entgegenkommt wenn du den Hahn rauschraubst. Bei mir war damals auch ein bisschen Dreck im Tank, das Mopped wurde aber schon mit 2 oder 3 Jahren von uns gekauft und nahezu NUR auf der Straße bewegt. Aber vorsichtig arbeiten, für die TTS sind weder Hahn noch Tank noch lieferbar!
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Re: TT 600 S Fehlzündungen und geht aus

Beitragvon moe2go » Di 6. Okt 2020, 18:56

Also Benzinhahn habe ich heute Mal getestet ob er auch wirklich abdichtet bei Off und das tut er. Bei On und Reserve kommt ein sauberer Strahl raus, also sieht erstmal normal aus. Abgebaut habe ich ihn noch nicht, brauche erst noch einen Kanister :?
Dann habe ich noch den Seitenständerschalter getestet als Fehlerquelle indem ich ihm kurzgeschlossen habe, das hat auch nichts geändert, aber immerhin damit schonmal aus dem Rennen.
Bin dann eben zum Testen nochmal kurz gefahren, sprang wieder sauber an und Leerlauf läuft auch sehr sauber. Aber nur ist heute nochmal aufgefallen, dass sie dann doch auch unter Teillast ordentlich ruckelt. Produziert dann zwar keine Fehlzündungen und geht nicht aus aber ich denke nicht dass das ruckeln so normal ist. Bei mehr Gas dann wieder das übliche, erst Fehlzündungen, dann aus wenn ich sie nicht mit ganz viel Zwischengas am Leben gehalten habe. Nachdem sie aus war zweimal kicken (Benzinhahn on, kein Choke) und sie war wieder da und hat erstmal wieder normal dem Dienst getan.
Habe auch mit dem Vorbesitzer nochmal gesprochen, er hat mir versichert dass der Vergaser Ultraschall gereinigt war und sie danach bei ihm auch ordentlich lief, was ich ihm auch glaube, da das bei der Überführungsfahrt von etwa 10 Kilometer ja auch der Fall war.
Jetzt bin ich etwas ratlos wie ich weiter vorgehe, wenn der Vergaser Ultraschall gereinigt wurde, glaube ich dass ich als Vergaser Laie da nicht allzuviel ausrichten werde, dem sollte sich vielleicht jemand anschauen der sich damit auskennt. Gibt's da vielleicht einen Forumsspezialisten, der da aushelfen könnte?
Zündkerze würde ich mir auch gerne Mal anschauen, brauche aber noch den richtigen Schlüssel, meiner tut dafür leider nicht :).
Naja immerhin weiß ich jetzt schonmal wie leicht Sitz und Tank runter gehen :).
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