TT 600 R Motoraufbau

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TT 600 R Motoraufbau

Beitragvon DerMotorbauer » Di 4. Aug 2020, 06:13

Moin. Ein Freundesfreund von mir hat eine 98er TT600R, bei dem er den Motor zerschossen hat. Zu wenig öl, zu heiß geworden, ein Mix aus beidem, whatever.
Nun soll der von mir aufbereitet werden, allerdings nicht original.
Seine Wünsche:
Ca. 97er Zylinder Bohrung, original Vergaser, Charakteristik vom original motor soll möglichst erhalten bleiben, Momentan genutzer DNA Filter weiter nutzen.
Welches Setup würdet ihr mit den Kriterien empfehlen können? Hab schon verschiedenstes hier gelesen, über Vergaser von alten Modellen, Zylinderkopf von alten Modellen und ähnliches. Was ist sinnvoll?
Wo lasst ihr was machen? Was sind gute Anlaufstellen für den TT Motor? Zylinder/Kopf bearbeiten, Kurbelwelle Prüfen/Pleul neu lagern, Vergaser überarbeiten, etc.
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Re: TT 600 R Motoraufbau

Beitragvon DerMotorbauer » Di 4. Aug 2020, 13:14

Nachtrag: welche Verdichtung ist Sinnvoll?
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Re: TT 600 R Motoraufbau

Beitragvon stixx » Mi 5. Aug 2020, 09:11

Ich fange mal ganz vorsichtig an, da das ein strittiges Thema ist.
Ich habe meinen TTR-Motor vor 19 Jahren zum ersten Mal aufgebaut, da er mir serienmäßig zu wenig Drehmoment hatte (vorher Tenere gefahren).

--> 98mm Kolben von Wiseco, ca 10:1 Verdichtung (habe es aber nicht ausgelitert), Zylinderkopfbearbeitung, Serienvergaser, kein Lufi-Schnorchel,
mittlerweile DNA-Filter. So bin ich annähernd 50.000km gefahren, incl. 8000km nach Algerien und zurück. Probleme: KEINE.
Zu empfehlen ist auf jeden Fall ein Ölkühler, ich habe diesen Alublock auf der linken Motorseite (eigene Halterung).

Im Winter 2018/19 hatte ich den Motor dann wieder auf und habe Kolben und Steuerkette gewechselt. Da der Serienzylinder in 98mm praktisch
keinen Verschleiß hatte hat mein Motorenbauer nur leicht angehont, und ein neuer 98mm (für die Yamaha-Quads, kam aus USA) wurde eingebaut.
Fotos gibt es hier irgendwo unter Wartung...

In 2001 wurde die Zylinderkopfbearbeitung bei OTR in Köln gemacht, aber auch schon damals kam das von ABP in Dettenhausen. Der Betrieb ist
sehr zu empfehlen, Ralf Welzmüller ist cool aber sehr kompetent und kann ALLES machen.

D.h. zusammengefasst: Behalte Zylinder und Vergaser, lass den Kopf bearbeiten (hat bei mir auch viel Laufruhe gebracht!) und verwende den Kolben
deiner Wahl. Den Wiseco kann ICH empfehlen, aber es gibt noch Wössner oder JE (zu hohe Verdichtung für meinen Geschmack), oder...?
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Re: TT 600 R Motoraufbau

Beitragvon Torn » Mi 5. Aug 2020, 20:32

Aufgrund der verbleibenden Wandstärke der Laufbuchsen sind maxiaml 97,5mm ohne neue, dickwandigere Buchse wirklich zu empfehlen, sonst kann es bei 98mm bereits mit Pech zu Ausbrüchen im unteren, nicht mehr im Alu eingesetzten Teil geben. Ich habe meist 97mm verbaut, weil so noch ein Übermaß bei der Laufbuchse möglich war.
Ölkühler ist meiner Meinung nach nicht unbedingt erforderlich (hatte den wieder rausgeschmissen). Mit der Verdichtung scheiden sich die Geister. Die 10:1 Kolben haben das niemals mit Serienteilen, bei bearbeitetem Kopf sowieso nicht, da meist im Brennraum auch wenig Material abgetragen wird. Ich hatte einfach mal bei luftgekühlten, zuverlässigen Motoren geschaut und war mit einem Wert von Porsche sehr zufrieden: ausgelitert 9,5:1 haben die auch dauerhaft standfest gebaut, also sollte das dann auch bei einer TT passen. 12:1 habe ich auch gebaut (natürlich ausgelitert), aber da wird der Motoer so schon höllenwarm und natürlich sind die Belastungen an diverse Lager reichlich höher. JE Kolben sind superschwer, Wössner war immer top und hatte nach ersten Problemjahren bei Wiseco dann auch die Rohlinge für Wiseco geliefert. Natürlich gibt es für wesentlich mehr Geld auch mittlerweile noch viel bessere Kolben, aber das lohnt bei einer TT eher nicht. Also 10:1er Kolben auf 9-9,5 auslitern lassen und gut ist. Bei den leichten Kolben würde ich immer die KW feinwuchten lassen, das bringt richtig Laufruhe und auch ein wenig Drehfreude. Pleuel mit Bronzebuchse versehen lassen ist immer gut und zumeist auch haltbarer als das Original. Eine auf Stufe 1 umgeschliffene Nocke kann bei wenig veränderter Charakteristik ganz gut sein - Vergaser lassen wie er ist, maximal ein Nadelkit, wobei das preislich meiner Meinung nach zu teuer ist (hatte mal die Nadeln vermessen und aus anderen Vergasern eine Nadel für 5€ gefunden, die das gleiche bewirkte).
Ölpumpe zerlegen und schauen ob die Primärpumpe (dünnere) riefenfrei ist, sonst ersetzen! Sekundärseite unkritisch bei Riefen!
Für jedes komplexe Problem gibt es eine einfache Lösung - und die ist falsch.
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Re: TT 600 R Motoraufbau

Beitragvon DerMotorbauer » Di 11. Aug 2020, 21:10

Okay das hört sich doch schonmal schön an.
Wo lässt man am besten seine KW auf Bronze Buchse umbauen?
Und: was gibts für Teile die gemacht werden MÜSSEN an den TT/XT Motoren? Welche bolzen/schrauben können bleiben/müssen neu?
Baue sonst eher an wassergekühlten lietrigen Motoren.
Hab wenig Motivation die ganze Nummer 2x zu machen.
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