Kabelbaum

Alles rund um die Technik der TT600

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Kabelbaum

Beitragvon phildee4 » So 7. Jun 2020, 13:19

Salli Leute,

Der Kabelbaum an meiner TT 600 S (4GV) verlässt mich so langsam. Ich würde diesen nun sehr gerne austauschen oder neu bauen. Was den Austausch betrifft, bin ich mir bei einem neuen (gebrauchten) Kabelbaum nicht so sicher in punkto Zuverlässigkeit, da dieser ja auch schon über 20 Jahre alt sein muss. Hat jemand eine Idee, wie man das am besten angehen kann?

Liebe Grüße,
Philip
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Re: Kabelbaum

Beitragvon stixx » So 7. Jun 2020, 17:33

Hallo Philip,

das haben schon ein paar wenige hier im Forum gemacht meines Wissens --> komplett neu gebaut.
Schau mal bei Workshop oder versuche die Such-Funktion... da solltest du was finden!
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Re: Kabelbaum

Beitragvon Torn » So 7. Jun 2020, 20:12

als erstes Schaltplan besorgen, wenn du dir das dann weiterhin zutraust: große Holzplatte, alten Kabelbaum drauf legen und die Abzweige schön auseinander darauf verteilen. Nägel an den Abzweig- und Endpunkten einschlagen, ca 20mm herausschauen lassen. Dann Kabel etwas zu lang auf dem Brett verlegen, Bündel in Bougierrohr einschieben, Schrumpfschlauch oder selbstverschweißenedes Klebeband an die Abzweige (evtl auch Enden). Kabel danach auf Länge schneiden und mit Steckern versehen. Du hättest die Chance hier gleich die wichtigen Komponenten auf wasserdichte Stecker zu ändern wie z.B. "Ampo Superseal". Wenn ich es recht in Erinnerung habe, brauchst du über 35m Kabel in diversen Farben und Querschnitten in hochflexibel (nur flexible Litze ist schon zu starr am Lenkkopf und neigt zu Brüchen!). Bauzeit für den ersten Kabelbaum in deinem Leben würde ich mit mehr als 10h einschätzen - der ganze Kleinkram hält echt auf. Die XT600 3TB mit Kicker hat die gleiche elektrik, nur andere Kabellängen, aber der Schaltplan würde auch gehen.
Für jedes komplexe Problem gibt es eine einfache Lösung - und die ist falsch.
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Re: Kabelbaum

Beitragvon hannesf » Mo 15. Jun 2020, 17:24

Hi,

ich habe das grad druch und den gesamten Kabelbaum neu gemacht. Allerdings habe ich ihn nicht wirklich nachgebaut, sondern neu gebaut und ein paar Änderungen vorgenommen - von denen bestimmt einige Eletronik-Fachleute die Hände überm Kopf zusammenschlagen würden. Mein Hauptziel war, den Kabelbaum zu vereinfachen und möglichst wenig Kabel unter der Gabelbrücke nach vorn zu leiten. Also habe ich die gesamte Masse über das Fahrzeug selbst geleitet (ja, das soll man wohl nicht machen. Mir aber egal, das LKL kann ja auch gewechslt werden...). Weiterhin habe ich die Hupe an die Gabelbrücke gebracht und den Blinkgeber direkt in die Lenkerarmatur eingelötet. damit fallen ziemlich viele Kabel aus dem Kabelbaum weg (hupe, blinkgeber, zig massekabel). Es bleiben 7 Kabel übrig, die von der Maske nach "hinten" ins Fahrzeug müssen (+12 vom Regler, blinker l +; blinker r +, kill (GND), neutral leuchte +, rücklicht + und bremslicht +. Dafür habe ich ein vorkonfektioniertes 7 Adriges Kabel genommen, um ein möglichst schlankes Kabel zu haben was nach hinten geht (zusätzlich in einem bougierrohr). das ganze habe ich so in der länge dimensioniert, dass der einzige bewegliche teil steckbar und somit austauschbar ist.

der blinkgeber ist ein mikroblinkgeber von Louis, es ist zwar gefummel, aber er passt in die Lenkerarmatur. auch die Kabel da habe ich alle neu verlegt und im Schalter verlötet.

Schaltpläne hab ich hier gesammelt: http://shrl.paddd.de/8b1
ein paar bilder von der aktion gibts hier, es kommen noch einige...: http://shrl.paddd.de/8hh

vielleicht ein paar Tips, wenn du das mit der Masse auch machen willst:
folgende Massen kannst du direkt verlegen:
- Killswitch masse direkt an den Lenker
- Hupe Masse direkt an die Gabelbrücke
- Zündspule Masse direkt an Rahmen
- Seitenständerschalter direkt an Rahmen
- Zündschlossmasse direkt ans Zündschloss
- Blinker direkt an Blinkeraufnahme
- Rücklicht / Bremslicht Masse direkt an den Rahmen
- Kondensatormasse direkt in den Rahmen

Disclaimer: Eigentlich macht man das mit dem Masse über den rahmen führen nicht: 1. leidet (wohl) das Lenkkopflager und 2. hat man (wohl) zu hohe Übergangswiderstände.
das erste kann ich nicht einschäzen - die Zeit wird es Zeigen. das Zweite kann ich nicht nachvolziehen - ich habe von überall nach überall < 1 Ohm im Rahmen (Rücklicht bis Lenker... also ignoriere ich das einfach mal...

Im Moment funktioniert alles wunderbar und ich freue mich extrem über das schlanke Kabelpaket vorm Lenker.

Vllt noch 2 Tips:
- vermeide den Lötkolben an Steckern oder Quetschverbindern. Ich mache den Fehler immer wieder und ärgere mich immer wieder über Kabelbrüche exakt an den Steckern. Also: nur die Crimpzange und alles wird gut ;) Nur da wo du ihn wirklich brauchst solltest du ihn benutzen (neu anlöten von Kabeln zum Beispiel in der lenkerarmatur
- kaufe nicht die allerbilligsten Steckerpakete bei amazon/ebay. Es macht keinen Spass sowas zwei mal zu machen. Passgenauigkeit und Lebensdauer lassen da leider sehr zu wünschen übrig....

PS.: die Zeitangabe mit 10h von Torn habe ich nicht eingehalten. Das Vorbereiten und Nachdenken hat schon etwa die Zeit gedauert....^^ - das verkabeln selbst war an einem Nachmittag erledigt!

Gruß und viel Erfolg!
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Re: Kabelbaum

Beitragvon Sallo1971 » Di 16. Jun 2020, 07:53

Die Massen einzusparen würde ich, wenn überhaupt, nur innerhalb eines Bauteils machen...z.B. Hauptrahmen.
1Ohm mit einem Multimeter zu messen sagt noch nichts darüber aus, wie groß der Querschnitt des Übergangs ist. Was passiert, wenn da ein paar Ampere fließen und du nur so gerade Kontakt hast...in der Regel fängt es da schnell an zu gammeln und der Fehler baut sich schleichend auf. Wenn du davon mehrere Stellen hast, wird dich die Karre irgendwann vor lauter schlecht nachvollziehbaren Fehlern in den Massefehlerwahnsinn treiben.

Es dreht sich ja nicht darum etwas Gewicht und Kabel einzusparen. Der Strang vom Rahmen zur Gabelbrücke soll ja die Lenkeigenschaften nicht behindern. Dafür hätte ich nur eine flexible aber widerstandsfähige Litze genommen und besonders auf die Verlegeart geachtet.
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Re: Kabelbaum

Beitragvon hannesf » Di 16. Jun 2020, 11:20

Sallo1971 hat geschrieben:Die Massen einzusparen würde ich, wenn überhaupt, nur innerhalb eines Bauteils machen...z.B. Hauptrahmen.
1Ohm mit einem Multimeter zu messen sagt noch nichts darüber aus, wie groß der Querschnitt des Übergangs ist. Was passiert, wenn da ein paar Ampere fließen und du nur so gerade Kontakt hast...in der Regel fängt es da schnell an zu gammeln und der Fehler baut sich schleichend auf. Wenn du davon mehrere Stellen hast, wird dich die Karre irgendwann vor lauter schlecht nachvollziehbaren Fehlern in den Massefehlerwahnsinn treiben.

Es dreht sich ja nicht darum etwas Gewicht und Kabel einzusparen. Der Strang vom Rahmen zur Gabelbrücke soll ja die Lenkeigenschaften nicht behindern. Dafür hätte ich nur eine flexible aber widerstandsfähige Litze genommen und besonders auf die Verlegeart geachtet.


Ja - du wirst sicher recht haben. Ich überlege grad noch nachträglich das LKL mit einem masseband oder kabel zu überbrücken. Ansonsten bin ich glaube ich ok mit der Massereduzierung...

Gruß
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